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Einblick in den Erweiterungsbau des Parkhauses Ulmer Tor

Vor kurzem nutzten die Gemeinderäte der Stadt Biberach die Möglichkeit, den Erweiterungsbau des Parkhauses Ulmer Tor zu besichtigen
und sich ein Bild von der Komplexität dieses Baus zu machen.
Enorme Instandsetzungskosten, knapp 14 Millionen Euro seit 2008, veranlassten die Stadtwerke, neue Wege zu gehen. „Stahlbetonbauten,
so massiv sie auch aussehen, sind höchst gefährdet durch kleinste Atome, nämlich Ionen", erklärt Thorsten Wölfle, Teamleiter Parkierung
der Stadtwerke Biberach. Salz, das Fahrzeuge im Winter von gestreuten Straßen in Parkhäuser und Tiefgaragen eintragen, dringt durch den
Beton bis an die Stahlbewehrung und zerstört diese. Dieses Phänomen nennt sich chloridinduzierte Korrosion und führt dazu, dass schlussendlich
die gesamte Konstruktion versagt. Um diesen Prozess zu stoppen, musste der korrodierte Beton im Parkhaus Ulmer Tor abgetragen, nachgelegt,
reprofiliert und anschließend beschichtet werden, um zukünftiges Eindringen dieser Chloride zu verhindern.
Damit es beim Erweiterungsbau des Parkhauses Ulmer Tor erst gar nicht so weit kommt, wird dort der Stahl präventiv durch Anlegen von Strom
gegen Korrosion geschützt. Rosten ist nämlich nichts anderes als der Verlust von Elektronen im Eisen. Dieser Verlust kann durch Schaffung
eines schwachen, elektrischen Potentials aufgehalten werden, das sich im 100 Millivoltbereich bewegt. Kathodischer Korrosionsschutz (KKS)
nennt sich diese Technik, die in dieser Größenordnung wie beim Parkhaus Ulmer Tor bei einem Neubau in Deutschland einmalig ist. Die gesamten
Stützen, Decken und Wände in der Erweiterung sind aus Stahlbeton gefertigt und von Anodenbändern durchzogen. Eine Million Euro kostet das
ganze System, ca. 5.000 Euro Unterhalt pro Jahr. „Wir sind uns sicher, dass sich dieser Aufwand rechnet und das Parkhaus so noch 50 Jahre
oder länger bestehen wird", so Thorsten Wölfle.


Bild: Thorsten Wölfle (3.v.r.), Teamleiter Parkierung der Stadtwerke Biberach und Niklas Hau (r.)
von der Firma VCK erklären den anwesenden Gemeinderäten die in der Bewehrung liegenden Anodenbänder.